
Ein besonders unglückliches Exemplar für meine typography hurts Sammlung habe ich kürzlich in Nürnberg gefunden. Der renommierte »Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten« erfährt leider durch das grafische Erscheinungsbild von Ausstellungsplakat, Faltblatt und Katalog keine gelungene Unterstützung.
Farblich in lila-blassblau mit gelben Akzenten gehalten, typografisch in lieblosem Satz mit einer unausgewogenen Serifenlosen, kommt die visuelle Gestaltung insgesamt alles andere als kunstaffin oder auch nur einladend daher.
Schade! In der Stadt Nürnberg sind gleich zwei Hochschulen für Grafik- und Kommunikationsdesign ansässig. Vermutlich hätte jeder dort Studierende eine handwerklich bessere und gestalterisch ambitioniertere Arbeit abgeben können.




Für das Nürnberger Architekten Netzwerk hausmacher gestaltete punktsieg eine Imagebroschüre. In einem querformatigen DIN A5 Leporello präsentieren die drei Architekten Hans Birnbaum, Anja Bramkamp und Jens Schiewe ihre jüngsten, oft mit Preisen ausgezeichneten Projekte im Bereich Städtebau, Sanierung, Neubau und Innenausbau.
Genau wie die Architektur von hausmacher geht die Gestaltung der Broschüre großzügig mit dem Raum um. Ruhiger Weißraum steht im Kontrast zu großflächiger Architekturfotografie. Die Typografie ist zurückhaltend, verweist jedoch mit der Verwendung der hochaktuellen Schrift Axel von Erik Spiekermann (2009) auf den kalkulatorischen Teil im Entwurfsprozess, eignet sich die Schriftfamilie Axel doch besonders für den Einsatz in Tabellen.
Hier zu den websites von Anja Bramkamp und Jens Schiewe

Ein kurzer dokumentarischer Film für alle, die schon immer wissen wollten, wie es möglich ist, dass Comic Sans hartnäckig überlebt. Auch schön: die humorige Initiative der Designer Dave und Holly Combs ban comic sans. Online-Petition zur Kampagne hier.


Immer wieder im Stadtbild (nicht nur in Leipzig) zu finden: neonfarbene, laminierte Kärtchen in Visitenkartengröße, die irgendwas mit Autos, Export und Herrn Mario zu tun haben.

Hier zu sehen sind alle Einsendungen, die meinem Aufruf im März folgten, Beispiele ungestalteter und verunstalteter Gestaltung in der Reihe typography hurts zu veröffentlichen. Herzlichen Dank Linda, Mirko und Patrick für euer Interesse und eure Fundstücke aus Kronach, Fürth, Potsdam und Lauterbach!

Bei einem Ausflug in die Dübener Heide im Leipziger Umland entdeckte ich diese wunderbare Fassadengestaltung. Langes Knobeln war notwendig um herauszufinden, wie das hier ausgeschilderte Möbelhaus tatsächlich heißt. Für dieses Logo mit seinem wackeren Claim ein Dankeschön an die Firma Ertel, weil »Ertel bringt´s«!

Ein aufmerksamer Blogleser ließ mir kürzlich diese Drucksache zukommen. Herzlichen Dank für diesen Flyer, der durch Komposition, Wortwitz und besonders dynamischen Schriftsatz überzeugen kann! Dies ist der 1. post in der neuen Reihe typography hurts. Wer Drucksachen findet, die in diese Reihe passen, kann sie mir gerne abfotografiert oder eingescannt per E-Mail oder auch physisch per Briefpost zur Verfügung stellen.
Looking forward to getting hurt by your typography! Yours sincerely, punktsieg

Die Arbeit von punktsieg wird in einer Buchbesprechung von Dirk Tolkmitt lobend erwähnt. Die Gestaltung der im September 2009 erschienenen Festschrift für Kurt Größler »begegnet uns doch hier in ausgesprochen ästhetischer und zeitgemäßer Erscheinung, wie man sie nur selten im naturwissenschaftlichen Bereich findet.«, so Dirk Tolkmitt (Vorstandsmitglied im »Verein Sächsischer Ornithologen e.V.«) in seiner Rezension - erschienen in:
Mitteilungen des Vereins Sächsischer Ornithologen e.V.
Band 10, Heft 3, Hohenstein-Ernstthal 2009
S. 272

Ich beginne eine neue Reihe namens »typography hurts«, die Beispiele besonders schlecht gelungener Gestaltung präsentiert.
Gestaltung ist allgegenwärtig; Kaum etwas, das nicht gestaltet ist – alles braucht dieser Tage ein Erscheinungsbild, eine irgendwie gestaltete Oberfläche. Da ich bei mir selbst ein Satt-Sein an visuell aufbereiteten Inhalten bemerke, interessiert mich gerade das Abwesend-Sein von Gestaltung insbesondere das Abwesend-Sein von Gestaltung, die nach Übereinkunft als »gut« gilt.
Mehr dazu bald!